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Athlet:innen / Erfolgsgeschichten / Partnerschaften
Voller Einsatz auf dem Platz und im Büro
11/25
Joy Lysser verbindet Passion und Beruf. Auf dem Platz spielt sie für den FC Zürich Frauen und bei der stockag Immobilien-Treuhand AG arbeitet sie in der Buchhaltung und am Empfang in einem 80%-Pensum. Disziplin, Begeisterung und Teamgeist prägen nicht nur ihr Spiel auf dem Rasen, sondern auch ihren Berufsalltag im Büro. Im Interview verrät Joy, warum Fussball für die 21-jährige weit mehr als ein Sport ist und wie dieser ihren Alltag und ihre Motivation prägt.
Von der Leidenschaft zum Profifussball
Für Joy Lysser war Fussball in ihrer Kindheit nie als möglicher Karriereweg vorgesehen. «Früher war der Gedanke, Fussballspielerin zu werden, noch überhaupt kein Thema», erinnert sie sich. Die Leidenschaft für den Sport jedoch begleitet sie schon seit jungen Jahren. Zwar versuchte sie sich auch im Tennis, Schwimmen, Reiten und Ballett, doch erst auf dem Fussballplatz spürte sie dieses besondere Feuer. «Ich wollte einfach immer Fussball spielen. Der Spass daran war so gross, dass mich niemand vom Training abhalten konnte. Ganz egal, ob ich Fieber hatte oder andere Verpflichtungen. Warum mich dieser Sport so fasziniert, kann ich kaum erklären. Aber es hat mir einfach mehr Freude gemacht, im Team zu kämpfen, statt allein.»
Getragen von dieser Begeisterung bahnte sich Schritt für Schritt der Weg zur Profimannschaft. Heute steht Joy beim FCZ auf dem Platz mit klaren Zielen: ein Stammplatz in der Startelf, den Cupsieg wiederholen, die Meisterschaft gewinnen und sich für die Champions League qualifizieren. Dafür geht sie an ihr Limit: «Ich gebe alles, was ich habe. Ich lege noch eine zusätzliche Einheit im Gym ein und arbeite gezielt an meiner Fitness. Gerade die Ausdauer ist extrem wichtig, weil ich in unserem System als Wingback viel laufen muss. Ich glaube, ich war noch nie so fit wie jetzt.»
Beruf und Sport: Ein anspruchsvolles Gleichgewicht
Neben sieben Trainingseinheiten pro Woche arbeitet Joy im 80%-Pensum bei der stockag Immobilien-Treuhand AG in der Buchhaltung und am Empfang. Ihr Alltag ist durchgetaktet: Um 6:30 Uhr verlässt sie ihre Wohnung, um pünktlich um 7:00 Uhr im Büro zu stehen. Nach einem vollen Arbeitstag geht’s direkt weiter ins Training mit dem FC Zürich Frauen. Erst gegen 20:00 Uhr ist sie wieder zu Hause.
Joy wohnt alleine; das bedeutet, dass nach dem Training noch Haushalt, Kochen oder Einkaufen anstehen. Trotz der hohen Belastung bleibt sie gelassen: «Es ist schon streng, aber es funktioniert gut.», sagt sie mit einem Lächeln.
Der Einstieg in die Immobilienwelt
Zum Unternehmen gekommen ist Joy über das Athletes Network. «Im Gespräch mit Mario Spoljarec habe ich ihm gesagt, dass mich die Immobilienbranche reizt. Er wies mich auf eine Stelle bei der stockag Immobilien-Treuhand AG hin. Daraufhin bewarb ich mich dort. Das Gespräch war mega sympathisch. Die stockag zeigte mir, was ich hier alles lernen kann. Sie sind ein kleines, familiäres Unternehmen – ein idealer Einstieg für mich, um in die Immobilienwelt einzutauchen. Während meiner Lehrzeit hatte ich leider keine Möglichkeit, in diesem Bereich zu arbeiten, darum freue ich mich jetzt umso mehr.»
Durch ihre Anstellung bei der stockag erhält Joy vielseitige Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Immobilienbranche. So kann sie herausfinden, welches Fachgebiet ihr am besten liegt. «Ich will mich im Immobilienbereich weiterentwickeln und vielleicht in zwei bis drei Jahren den Buchhalter machen. In der Berufsschule gefiel mir das Fach Wirtschaft sehr. Aber mal schauen – wenn mir die Bewirtschaftung besser gefällt, wird es vielleicht der BEWI», fügt sie an.
Gleichzeitig weiss sie, dass die Verbindung von Fussball und Immobilienbranche keine Selbstverständlichkeit ist. «Als Fussballspielerin ist es schwierig, in dieser Branche eine passende Stelle zu finden. Gerade als Bewirtschafter:in hat man oft Termine am späteren Nachmittag und da habe ich Training. Das würde sich überschneiden und man müsste sich entscheiden. Ich habe verschiedene Stellen geprüft, doch wirklich kompatibel mit dem Fussball sind nur wenige. Die stockag hat sofort akzeptiert, dass ich für Trainings flexibel bleiben muss und manchmal eine Woche vorher sagen muss, wenn sich etwas am Trainings- oder Spielplan ändert. Diese Wertschätzung bedeutet mir sehr viel.»
Simon Strübin, Geschäftsführer der stockag Immobilien-Treuhand AG und ehemaliger Curler, steht klar hinter Joys Weg: «Es ist mir ein Anliegen, junge Menschen zu fördern, die ihren Sport mit dem Beruf vereinbaren wollen. Ich hatte es damals genau gleich und weiss, wie wichtig ein verständnisvoller Arbeitgeber ist. Deshalb unterstütze ich Joy auf ihrem Weg. Ihr Hauptfokus soll der Sport sein und sie soll sich immer in einem Umfeld bewegen, das dieses mitträgt.»
Parallelen zwischen Sport und Beruf
Ob im Trikot oder im Büro – Joy gibt immer vollen Einsatz. Auf dem Fussballfeld überzeugt sie mit Leidenschaft, mit ihrer Schnelligkeit und mit ihren kämpferischen Fähigkeiten. «Ich lasse immer mein Herz auf dem Platz», sagt sie über sich selbst. Diese Haltung überträgt sie auch in ihren beruflichen Alltag bei der stockag. Dort erledigt sie ihre Arbeit stets diszipliniert, zuverlässig und pflichtbewusst. Weiter bringt sie eine hohe Lernfreude mit: «Ich bin jemand, der sehr gerne Neues lernt. In einem kleinen Unternehmen wie der stockag bekomme ich Einblick in viele verschiedene Bereiche, das gefällt mir sehr.»
Ihr Vorgesetzter Simon Strübin lobt besonders ihren Teamgeist und ihre positive Einstellung: «Joy ist hilfsbereit, unterstützend, teamfähig und sorgt für ein gutes Klima. Sie ist immer da und unterstützt uns, wo sie kann. Das ganze Team schätzt sie sehr und macht sie deshalb so wertvoll für uns.»
Auf die Frage, welche Parallelen sie zwischen Spitzensport und Berufsleben sieht, erklärt Joy: «Im Fussball wie im Job geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und Anweisungen präzise umzusetzen. Wenn der Trainer etwas vorgibt, ziehst du es durch. Im Büro ist es nicht anders. Ich arbeite konzentriert und zuverlässig, so wie es von mir erwartet wird.»
Mehr Akzeptanz für den Frauenfussball
Auf die Entwicklung des Frauenfussballs in der Schweiz blickt Joy mit Zuversicht. Gerade im Hinblick auf die Nutzung der Infrastruktur erkennt sie deutliche Fortschritte: «Als ich klein war, war vieles noch nicht so gut organisiert. Heute hat sich schon sehr vieles verbessert. Das finde ich sehr schön.» Trotzdem sieht Joy weiterhin Potenzial. Vor allem beim Thema Akzeptanz wünscht sie sich noch Veränderungen: «Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr belächelt werden und mehr Respekt erfahren. Das ist für die gesamte Entwicklung essenziell.»