ehemaliger Skilangläufer 

Toni Livers 

«Eigent­lich ist jede Sport-Kar­rie­re mit einem End­da­tum ver­setzt, das ist ein Fakt. So soll und darf jede*r Athlet*in die Zeit genies­sen, wäh­rend wel­cher er oder sie in einer Spar­te zu den abso­lut Besten der Welt gehört. Irgend­wann aber muss wie­der ziem­lich weit unten ange­fan­gen wer­den und fern vom Ram­pen­licht ein Platz in der Berufs­welt gefun­den wer­den.»

Was erwar­test Du vom Ath­le­tes Net­work? Was wür­dest Du dir wünschen?

Das The­ma Nach­s­port­kar­rie­re und die Beglei­tung der Athlet*innen nach ihrem Rück­tritt wur­de bis jetzt von kei­ner Insti­tu­ti­on expli­zit ver­tre­ten. Das Ath­le­tes Net­work posi­tio­niert sich in die­ser Nische und hat das Poten­ti­al, einen wich­ti­gen Bei­trag für sehr vie­le Athlet*innen im Über­gang ins Berufs­le­ben zu lei­sten. Ich hof­fe, dass dies zur Wert­schät­zung der Zeit als Athlet*in in der Berufs­welt beiträgt. 

Was denkst Du über die Grün­der vom Ath­le­tes Net­work? Möch­test Du ihnen etwas sagen?

Die Grün­der schei­nen von ihrer Mis­si­on über­zeugt und decken mit ihrem Hin­ter­grund ein brei­tes Spek­trum der Schwei­zer Sport­land­schaft ab. Ich hof­fe und wün­sche mir, dass sie ihre Visi­on so umset­zen und ent­spre­chend eine Anlauf­stel­le für Athlet*innen nach ihrem Kar­rie­re-Ende sein werden. 

Was erwar­test Du von unse­ren Ath­le­tes Days?

Schön wäre, wenn die Ath­le­tes Days nicht nur in der Sport-Welt son­dern auch in der Wirt­schaft und im Unter­neh­mens­be­reich auf Reso­nanz stos­sen wür­den. Viel­leicht wür­de dies hel­fen, dass die Skills, wel­che Sportler*innen aus ihrer Lauf­bahn mit­brin­gen, in der Wirt­schaft mehr Wert­schät­zung und Aner­ken­nung genies­sen und Sportler*innen auch ohne ein all­fäl­li­ges Abschluss­zeug­nis auf unbü­ro­kra­ti­sche Wei­se eine Chan­ce für den Job-Ein­stieg bekämen. 

Was wür­dest Du Athlet*innen die noch mit­ten in ihrer Aktiv-Kar­rie­re sind oder erst gera­de ange­fan­gen haben, mit auf den Weg geben?

Eigent­lich ist jede Sport-Kar­rie­re mit einem End­da­tum ver­setzt, das ist ein Fakt.
So soll und darf jede*r Athlet*in die Zeit genies­sen, wäh­rend wel­cher er oder sie in einer Spar­te zu den abso­lut Besten der Welt gehört. Irgend­wann aber muss wie­der ziem­lich weit unten ange­fan­gen wer­den und fern vom Ram­pen­licht ein Platz in der Berufs­welt gefun­den wer­den. Das soll­te sich jede*r Sportler*in bewusst sein.
Inwie­fern sich ein Kar­rie­ren-Ende pla­nen lässt und geplant sein muss, ist sehr indi­vi­du­ell und auch, inwie­fern jemand sich 100% auf den Sport kon­zen­trie­ren möch­te oder eher einen dua­len Bil­dungs­weg ein­schlägt. Wenn es gut durch­dacht ist, kann alles funktionieren.

Was sind Dei­ne Lear­nings betref­fend Über­gang in die «Kar­rie­re nach der Kar­rie­re» oder all­ge­mein zum Ende der Spitzensport-Karriere? 

Die­se Fra­ge kann ich wohl erst in eini­gen Jah­ren beant­wor­ten. Momen­tan befin­de ich mich mit­ten im Pro­zess des Ankom­mens nach der Sport­kar­rie­re, wobei einer­seits span­nen­de Sachen war­ten und ich ande­rer­seits zuge­ge­be­ner­mas­sen auch ger­ne an die Tage als Ath­let zurück­den­ke.
Ich ver­su­che die­se Ambi­va­lenz bewusst wahr­zu­neh­men, da es für mich Teil des Ablö­sungs­pro­zes­ses ist und ich erst danach «rich­tig» in mei­ner zwei­ten Kar­rie­re ankom­men kann.