ehemalige Unihockeyspielerin 

Seraina Ulber 

«Der Schluss­punkt kam wie aus hei­te­rem Him­mel und ver­setzt mich für eini­ge Wochen in eine Lage, in wel­cher ich die Ent­schei­dung, ob dies nun end­gül­tig das Ende mei­ner sport­li­chen Lauf­bahn ist, nicht tref­fen konnte.»

Obwohl ich im Som­mer 2018 den Ent­schluss gefasst hat­te, nach der Sai­son der Heim WM 2019 mei­nen Stock an den Nagel zu hän­gen, war ich auf das Coro­na-beding­te und abrup­te Ende mei­ner Kar­rie­re Ende März 2020 alles ande­re als vor­be­rei­tet. Der Schluss­punkt kam wie aus hei­te­rem Him­mel und ver­setzt mich für eini­ge Wochen in eine Lage, in wel­cher ich die Ent­schei­dung, ob dies nun end­gül­tig das Ende mei­ner sport­li­chen Lauf­bahn ist, nicht tref­fen konnte.

Im Gegen­satz zu die­ser Art eines Kar­rie­re­en­des war ich auf das Leben nach der sport­li­chen Lauf­bahn gerü­stet: ich habe wäh­rend mei­ner Uni­hockey­kar­rie­re mein Bache­lor- sowie Master­stu­di­um absol­viert und neben Sport und Aus­bil­dung immer min­de­stens in einem 80 % Pen­sum gear­bei­tet. Aus die­sem Grund wur­de ich nach mei­ner sport­li­chen Kar­rie­re nicht völ­lig ins kal­te Was­ser gewor­fen. Der gröss­te Unter­schied war für mich, dass ich nicht mehr Sport, Beruf und Pri­va­tes unter einen Hut brin­gen muss­te, son­dern einer der drei Pfei­ler weg­fiel und es mir erlaub­te, plötz­lich mehr Frei­zeit zu haben. Obwohl ich zu sagen wage, dass ich mich bereits wäh­rend der akti­ven Sport­lauf­bahn in der Arbeits­welt eta­blie­ren konn­te, habe ich mich sehr gefreut, als ich vom Kon­zept von Ath­le­tes Net­work erfah­ren habe.

Ich sehe in der Ver­knüp­fung von (ehe­ma­li­gen) Sportler*innen mit Leu­ten aus der Wirt­schafts­welt ein sehr hohes und nach­hal­ti­ges Potential.

Dies hat einer­seits damit zu tun, dass ich in der Zeit, in wel­cher ich Sport und Beruf gleich­zei­tig aus­ge­übt habe, sehr vie­le und wie­der­keh­ren­de Par­al­le­len zwi­schen den bei­den Wel­ten erken­nen konn­te. Eigen­schaf­ten, die im Sport gefragt sind und zum Erfolg füh­ren, hel­fen auch in der Arbeits­welt voranzukommen.

Ande­rer­seits ist die­se Mei­nung nach vie­len Gesprä­chen mit unter­schied­li­chen Akteu­ren aus den ver­schie­den­sten Unter­neh­mun­gen ent­stan­den. Immer wie­der wur­de dabei the­ma­ti­siert, dass Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten, wel­che Sportler*innen auf­wei­sen oder wel­che sie im Lau­fe der Sport­kar­rie­re ent­wickeln, auch in der Arbeits­welt äus­serst gefragt und beliebt sind. Zum Bei­spiel wis­sen Athlet*innen genau, was es heisst, sich mit Lei­den­schaft einer Sache hin­zu­ge­ben, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men oder mit Beharr­lich­keit und Dis­zi­plin ein Ziel zu errei­chen. Spe­zi­ell das Ver­trau­en von Füh­rungs­kräf­ten gegen­über Teamsportler*innen hat mich immer wie­der erfreut und beeindruckt.

Das Ath­le­tes Net­work setzt den Hebel dort an und ermög­licht die Ver­net­zung der bei­den Par­tei­en aus Sport und Wirtschaft.

Damit erhal­ten die Atlet*innen die ein­zig­ar­ti­ge Chan­ce zu bewei­sen, dass die Sport­ler­kar­rie­re eine opti­ma­le Lebens­schu­le ist bzw. war und deren Cha­rak­ter­zü­ge auch auf dem Arbeits­markt einen wich­ti­gen Bei­trag zum nach­hal­ti­gen Erfolg in einer Unter­neh­mung lei­sten kön­nen. Auf der ande­ren Sei­te erhal­ten die Füh­rungs­eta­gen aller Art von Unter­neh­men die Mög­lich­keit, Men­schen ken­nen­zu­ler­nen, die im Sport Geschich­te geschrie­ben haben und sich durch Eigen­schaf­ten aus­zeich­nen, wel­che fri­schen Wind in die Orga­ni­sa­ti­on brin­gen und einen neu­en Blick­win­kel ermöglichen.

Nach all den Jah­ren, in wel­chen ich im Sport sowie in der Wirt­schaft gleich­zei­tig tätig sein durf­te, bin ich über­zeugt davon, dass die Ver­knüp­fung der bei­den Wel­ten eine Win-Win Situa­ti­on dar­stellt und eine opti­ma­le Aus­gangs­la­ge schafft.